Almanya

Published on Nisan 16th, 2017 | by Avrupa Forum 3

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Unter falscher Flagge – Harry R. Wilkens

Die Türken erinnern sich noch sehr gut an die sie betreffende False-Flag-Operation unter dem Namen “NSU” (Nationalsozialistischer Untergrund”): Zwischen 2000 und 2006 ermordeten mindestens zwei deutsche Neonazis (deren Karriere schon 1998 anfing und 2011 aufhörte), teilweise mit Beteiligung und/oder Mitwissenschaft des Bundesverfassungsschutzes acht türkische Mitbürger und einen Griechen in Kebab-Imbissen und anderen Läden und einem Internetcafé. Zudem eine junge deutsche Polizisten. Beide Neonazis kamen 2011 durch einen zweifelhaften Selbstmord ums Leben, und nur ihre Komplizin überlebte, der man–nebst Komplizen – seit 2013 einen sehr kostspieligen langjährigen Prozess machte, der immer noch anhält, und der ganz zu Anfang das Interesse und die Anwesenheit der türkischen Medien – und natürlich auch der Angehörigen der Opfer – geweckt hatte. Aber außer Spesen nichts gewesen…

Seit dem Reichstagsbrand 1933 durch einen von der Gestapo manipulierten schwachsinnigen Holländer, der Hitler den Vorwand zu einem wahrhaft erdoğan’schen Ermächtigungsgesetz gab, geizten das Dritte Reich und auch sein Nachfolgestaat nicht mit ähnlichen Manipulationen. Am 31.8.1939 überfiel ein deutsches Himmler-Kommando in polnischen Uniformen den Radiosender Gleiwitz und lieferte so den Vorwand zur Invasion Polens am nächsten Tag, wodurch der Zweite Weltkrieg ausgelöst wurde.

Während der Bonner Republik, als noch die DDR existierte, gab es Hakenkreuz-Schmierereien, Synagogen-Schändungen und ähnliche neonazistische Aktionen, die oftmals durch Provokateure des Ostens, oder zumindest durch Mitwirkung des MfS und KGB vorgenommen wurden. Und bekanntlich erfreute sich der RAF auch der Unterstützung durch die DDR. Allerdings gehen die Selbstmorde der RAF-Häftlinge von Stammheim u.U. auf das Konto des Mossad, der diese Drecksarbeit für die Bundesregierung durchführte.

In neuerer Zeit werden islamistische Attentäter meist als geistesgestört dargestellt. In penetranter Weise war dies der Fall des schiitischen “Deutsch-Iraners” Ali (“David”)Sonboly, des Mörders der McDonald’s-Filiale im Münchner Olympiazentrum im letzten Juli, dessen neun meist jugendlichenund sunnitischen Opfer (er selbst beging anscheinend Selbstmord) in der offiziellen Attentatsstatistik von 2016 gar nicht aufgezählt werden dürfen.

Wir hatten jetzt vor Ostern in Dortmund die noch einigermaßen glimpflich ausgegangene Sprengsatzattacke auf den Bus der Borussia-Fußballmannschaft, die zunächst Islamisten in die Schuhe geschoben wurde. Aber auch das Abbrennen mehrerer im Fernverkehr in Marokko eingesetzter Buse im Busbahnhof des savoyischen Städtchens Annemasse bei Genf Ende Februar bedarf noch einer Aufklärung. Sogar die diversen islamischen Organisationen der Region tappen noch im Dunkeln.

Mitte Februar wurde Donald Trump wegen einer Bemerkung eines Vorkommnisses in Stockholm verspottet und lächerlich gemacht. In Wirklichkeit hatte er ungeschickt auf eine Reportage von Fox News verwiesen, die enthüllte, dass viele Verbrechen und gar Attentate durch Immigranten in Schweden verschwiegen werden, um den sozialen Frieden zu wahren, und um – wie es in Deutschland auch der Innenminister Thomas de Maizière und sein “Wahrheitsministerium” will – die Bevölkerung nicht zu beunruhigen… Nach der blutigen LKW-Attacke von Stockholm am 7. April findet dies nun niemand mehr lustig…

Wir hatten die Affäre des deutschen Senders Gleiwitz (heute das im polnischen Oberschlesiengelegene Gliwice) erwähnt. Ähnliche kriegsauslösende Provokationengab es auch in anderen Ländern zu jener Zeit, und später machten sich auch die Israelis dieses Knowhow zunutze, zum Beispiel durch den “ägyptischen” Angriff auf das US-Aufklärungsschiff Liberty am 8. Juni 1967 während des Sechstagekriegs, um auch die USA in den Krieg hineinzuziehen, der allerdings dafür zu kurz war. Zwar gab Israel schließlich zu, diese Attacke selber durchgeführt zu haben, weil das Schiff für ein ägyptisches gehalten wurde, jedoch wurden dadurch die vielen toten US–Bürger nicht mehr lebendig, von den vielen Verletzten ganz zu schweigen…

SolcheFalse-Flag-Operationen auf See, in der Luft und zu Lande gab es im Vietnamkrieg, und auch der Abschussdurch die sowjetische Luftverteidigung westlich der Insel Sachalin der Korean–Air–Lines–Maschine am 1. September 1983– am Jahrestag von Hitlers Polen-Invasion–mit 269 Todesopfern –bleibt immer noch unklar, auch ob dieses Passagierflugzeug wirklich für eine Spionagemission missbraucht worden war.…

1999 kamen in Moskau und anderen russischen Städten durch mutmaßlich vonder KGB-Nachfolgeorganisation FSB organisierte Sprengstoffanschläge auf Wohnhäuser mehr als 300 Menschen ums Leben, was zusammen mit anderen Attentaten in der Moskauer Region den Russen einen Vorwand für den zweiten Tschetschenien–Krieg (1999–2009) lieferte.Zurzeit wird wieder die Geiselnahme von Beslan in Nordossetien mit Hunderten von Toten, davon mehr als die Hälfte Kinder, in Frage gestellt, die ebenfalls am Jahrestag von Hitlers Polen-Invasion, dem 1. September 2004, begann und drei lange blutige Tage dauerte.

Die Türkei wurde in den letzten Jahren von vielen False-Flag-Attentaten heimgesucht. Diese dienen – wie in allen anderen Ländern auch – der staatlichen Repression. Gibt man in Google “FalseFlag Türkei” ein, stösst man auf eine Vielzahl von Einträgen und Videos, darunter über die Ermordung des russischen Botschafters in Ankara im letzten Dezember bei einer Kunstausstellung. Deswegen können wir im Rahmen dieses kurzen Artikels nicht näher darauf eingehen, sondern er versteht sich lediglich als Denkanstoß…

Der zweite Golfkrieg kam 1990 durch die sogenannte Brutkastenlüge ins Rollen: irakische Soldaten hätten bei der Invasion Kuwaits Frühgeborene aus ihren Brutkästen gerissen und grausam sterben lassen. Dann gab es wieder Lügen und False Flags während des Bosnien- und Kosovo-Kriegs, bis hin zu 9/11 und dem durch Falschaussagen eines irakischenInformanten des BND ausgelösten Krieg gegen Saddam Hussein. Und immer wieder wurden Giftgasangriffe herangezogen, die bisher – bis auf wenige Ausnahmen – viel zu viele Fragen aufwerfen, um glaubwürdig zu sein.

Es scheint, als ob Erdoğannicht nur alle diese Geschichten kennt, sondern auch Bücher und –Filme darüber verschlungen hat, insbesondere was die Nachahmungen durch den pakistanischen und andere Geheimdienste islamischer Länder angeht. Deswegen müsste über die türkischen False-Flag-Operationen ein eigenes Buch geschrieben und ein Spielfilm gedreht werden, wo so ziemlich alles drin vorkommt: Attentate in Frankreich, Belgien, Deutschland, Russland, in den Balkan- und Kaukasusstaaten, in den Turkstaaten und in Syrien –darunter auch der 2014 angedrohte “IS–Angriff” auf das türkische Mausoleum auf syrischem Boden der historischen Figur Süleyman Şah, das dann 2015 mal wieder von der türkischen Regierung unter dramatischen Umständen verlegt wurde.Aber, wie schon angedeutet: was Erdoğan dem IS, der PKK, der Gülen–Bewegung und vielen anderen Gegnern und gar Freunden alles in die Schuhe schiebt, würde Bände füllen.

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