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Published on Şubat 6th, 2018 | by Avrupa 5

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Hass wird salonfähig – Michael Merz

Pegida-Anhänger gesteht Bombenanschläge. AfD besiegelt Bündnis mit Dresdner Rassisten

Am Montag brach der Mann, der sich einst auf der Pegida-Bühne als Nino Köhler vorgestellt hatte, sein Schweigen. In einer persönlichen Erklärung gestand der 31jährige Angeklagte am Landgericht Dresden, vor der Fatih-Moschee in der Landeshauptstadt selbstgebaute Rohrbomben in einem Eimer mit brennbaren Stoffen abgestellt und mittels Zeitschaltuhr gezündet zu haben. Er sei ebenfalls verantwortlich für den am selben Tag – dem 26. September 2016 – explodierten Sprengsatz am »Internationalen Congress Center«. Nino Köhlers Begründung für die Taten: »Ich wollte nur ein Zeichen setzen«. Nachfragen ließ der Angeklagte nicht zu.

Die Staatsanwaltschaft Dresden wirft Nino Köhler versuchten Mord, versuchte gefährliche Körperverletzung, Herbeiführung von Sprengstoffexplosionen und schwere Brandstiftung vor. Der Imam der Moschee, seine Frau sowie die damals sechs und zehn Jahre alten Söhne waren während des Anschlags im Gebäude, blieben aber unverletzt. Nach Ansicht der Generalstaatsanwaltschaft habe der Belüftungsmonteur, der über DNA-Spuren ermittelt wurde, gewusst, dass sich Menschen in der Moschee befunden hätten. Fremdenfeindliche Motive hätten Nino Köhler zu den Taten veranlasst. Er habe »als bekennender Anhänger« der rassistischen Pegida-Bewegung und aufgrund seiner »außerordentlichen Abneigung gegenüber Ausländern muslimischen Glaubens« gehandelt, hatte Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz bereits am vergangenen Mittwoch erklärt.

Aus seinem Hass hatte Nino Köhler schon im Juli 2015 keinen Hehl gemacht und war für seine Hetztiraden von Pegida-Anhängern bejubelt worden. Das Video seiner Rede auf dem Dresdner Altmarkt ist nach wie vor auf Youtube verfügbar. Der Chef des rechten Bündnisses, Lutz Bachmann, fordert darin das Publikum zu einem »Riesenapplaus für unseren Nino« auf. Der sonst in »sozialen Netzwerken« äußerst Mitteilungsbedürftige schweigt bisher zum Geständnis des einstigen Mitstreiters. Ohnehin fühlt sich der vielfach verurteilte Serieneinbrecher, Kokainhändler und Gewalttäter Bachmann mittlerweile zu Höherem berufen. Am vergangenen Samstag heizte er eine Kundgebung in Cottbus an. Für diese Demonstranten, unter ihnen etliche Neonazis, hatte auch AfD-Bundestagsfraktionschefin Alice Weidel am Sonntag abend in der ARD nur warmherzige Worte übrig: »Mein erster Gruß geht an die Menschen in Cottbus, die Bürger, die auf die Straße gehen, die sich wehren, dass messerstechende Migranten auf unseren Straßen herumlaufen.«

Am Sonntag war Bachmann dann zu Gast beim Landesparteitag der sächsischen AfD in Hoyerswerda, im Schlepptau des Briten Stephen Yaxley-Lennon, der unter dem Namen Tommy Robinson Karriere im neofaschistischen Milieu machte. Bereits seit Monaten hatte der AfD-Bundestagsabgeordnete und Richter Jens Maier für ein Bündnis mit Pegida getrommelt, nun sollte es besiegelt werden. Die frühere Vorsitzende Frauke Petry, die nach der Bundestagswahl im September ihrer Partei den Rücken gekehrt hatte, war stets auf Distanz zu Bachmanns Truppe gegangen. Nun begreift die AfD Ostdeutschland als ihr Sprungbrett zur Regierungsübernahme. Der Schlüssel dazu liege in Sachsen, sagte Bundesvorstandssprecher Jörg Meuthen laut dpa in Hoyerswerda. Und der frisch gekürte Landeschef Jörg Urban verwies sogleich auf Pegida: »Wir wissen, dass das unsere Basis auf der Straße ist.« Der Beschluss des AfD-Bundeskonvents, der eine Kooperation verbietet, müsse aufgehoben werden. »Wir im Osten wissen, was Pegida ist, wer da auf der Straße ist und was für Leute das sind.«

Quelle:jW

 

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